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Mit der Fliegenrute am Walchensee

Von Andi Pfirstinger - Fotos von Bernd Taller.

Geht es Ihnen auch so? - Es kribbelt in den Fingern und bei jedem Sonnenstrahl zieht mich mit Macht ans Wasser. Doch bei uns (in den bayerischen Alpen) machen viele Gewässer erst Anfang Mai auf. Weil ich das aber kaum aushalte, suche ich mir Alternativen. Zum Beispiel den Walchensee. Herrlich gelegen ca. 40 Autominuten südwestlich von Bad Tölz.

Ich geh im zeitigen Frühjahr immer gern hin. Nicht, weil man toll fängt, sondern weil es einfach schön ist, in der traumhaften Kulisse zu angeln. Große Fische dürfen Sie nicht erwarten, auch wenn vielleicht doch mal ein Seeforelle mit mehr als 50 cm dabei sein könnte. Im Frühjahr ziehen die nämlich in Ufernähe entlang und auch Saiblinge trifft man dort an, denn es gibt im minimal wärmeren Uferwasser Mücken, Fliegen und kleine Fischchen zu erbeuten.

Ich sehe die Angelei dort mehr als Spaß und Herausforderung und außerdem kann man in der frühen Jahreszeit dort prima werfen: Der See ist für's noch zu erwartende Schmelzwasser stark abgesenkt und man hat hinter sich jede Menge Platz, um sich mit Streamer, Trockenfliege oder Nymphe nach Herzenslust auszutoben.

Ausschau sollte man nach Steigringen und Bugwellen halten. Ist solche Aktion in Reichweite, dann unbedingt hinwerfen, oft kommt darauf gleich ein Biss, zumindest wenn es eine Seeforelle oder gar ein Hecht ist. Fischt man mit kleinen Fliegen, kommt auch ein Saibling oder eine Renke in Betracht. Die kann man auch mit der Hegenenausrüstung befischen: Am Ufer gibt es hierfür einige gute Stellen und Boote kann man ebenfalls ausleihen. Früher hab` ich das auch gern gemacht und es ist eine willkommene Abwechslung.

Heute nutze ich die Zeit aber lieber zum Werfen, geh am Ufer entlang, warte auf Steigringe oder sonstige Anzeichen und genieße derweil die wärmende Märzsonne. Ja, stimmt: Ich fische eigentlich nur bei schönem Wetter, obwohl die Fangaussichten bei schlechtem Wetter wahrscheinlich besser sind. Aber darum geht es mir nicht. - Sonne, frische Luft tanken, mittags eventuell die Biergarten-Saison eröffnen und vielleicht einen Fisch fangen, reicht mir völlig aus. Wenn Sie eine ähnliche Einstellung haben, kann ich Ihnen den Walchensee nur empfehlen, die Tageskarte kostet zudem nur 8 Euro, man bekomt sie in Urfeld oder in Walchensee.

Falls Sie ihre Wurftechniken auf Vordermann bringen wollen: Ich biete auch Privatkurse an; der Walchensee ist im März und April hierfür ein ideales Trainingsareal. Termine, Kursdauer und Preise nach Vereinbarung. Tel.: +49 (0)8041-799 694. – Ihr Andi Pfirstinger



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