Angelreisen | Fliegenfischen |  Ökologie | Kochen 

Der "Frankenfish"

Wie gefährlich sind gentechnisch veränderte Lachse?

In den Vereinigten Staaten wächst der Druck der Industrie, die auf eine Zulassung ihrer neuen Kreationen wartet. Auf der anderen Seite machen Umweltschutzorganisationen - allen voran Greenpeace - und besorgte Wissenschaftler mobil gegen den „Frankenfisch", wie die gentechnisch veränderten Lachse genannt werden. Während sich die US-amerikanische Lebensmittelbehörde (FDA) mit ihrer Entscheidung Zeit lässt, gehen die verschiedenen Bundesstaaten eigene Wege. So ist es in Maryland z.B. erlaubt genetisch veränderte Fische in Seen zu züchten, wenn diese keine Verbindung zu anderen Gewässern haben. In Kalifornien dagegen wird zur Zeit an einem Gesetz gearbeitet, das nicht nur den Besitz sondern auch den Import dieser Fische verbieten soll.

Durch eine Überproduktion des Wachstumshormons wachsen die veränderten Lachse 2 bis 6 mal schneller als ihre natürlichen Verwandten. In Neuseeland arbeiteten Forscher sogar an einem Lachs, bei dem sie ein Gewicht von 550 Pfund für möglich hielten. Allerdings wurde das Projekt dann aus Angst vor öffentlichen Protesten eingestellt. Bei der Bedeutung des Zuchtlachses für die Fischindustrie geht es um enorme Gewinne. Kritiker befürchten dagegen, dass gerade durch diese Gewinne und den zu erwartenden Preisverfall letztlich alle Fischfarmer dazu gezwungen würden auf die neuen Turbolachse zu setzen.

Das größte Problem ist jedoch, dass immer wieder zahlreiche Lachse aus den Fischfarmen entkommen. Welche Auswirkungen das auf die Wildlachse hat, darüber wird im Moment heftig diskutiert. Die Vertreter der Gentechnik behaupten, dass die veränderten Lachse langsamer schwimmen, mehr Futter und Sauerstoff benötigen und sich viel schlechter fortpflanzen. Schließlich befürchtet ja auch niemand, dass einige entlaufene Hausschweine zu einer Konkurrenz ihrer wilden Verwandten werden könnten - wahrscheinlich würden sie den ersten Winter nicht überleben.

Kritiker verweisen gerade auf diese genetische Nachteile. Sie sprechen vom "Effekt der trojanischen Gene". Sie befürchten, dass die Gigantlachse beim Konkurrenzkampf um Fortpflanzungspartner gewaltige Vorteile haben könnten. Ihre Nachkommen wären dann allerdings weniger überlebensfähig, wodurch dann wirklich die ganze Art bedroht wäre.

Besondere Bedeutung erhält die Diskussion jedoch dadurch, dass der Lachs das erste gentechnisch veränderte Tier wäre, das kommerziell genutzt wird und als Lebensmittel in den Handel kommt. Sollte die FDA grünes Licht geben, würden wahrscheinlich zahlreiche neue Arten folgen. In den „Produktpipelines" der verschiedenen Firmen warten allein über 30 Meerestiere, darunter Flundern, Karpfen, Hummer und Schrimps. Ihnen könnten dann Schweine, Hühner, Kühe und vieles mehr folgen.

von Dr. Mabuse


Weitere interessante Links: