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Frankenstein am Karpfenteich

Gentechnisch veränderte Fische kurz vor der Markteinführung.

Im Zentrum der Genforschung steht immer noch der atlantische Lachs. Dabei geht es vor allem um eine Steigerung der Wachstumsgeschwindigkeit. Überträgt man z.B. das Wachstumshormon-Gen des pazifischen Lachs auf den atlantischen Lachs, so wird das Wachstumshormon auch im Winter produziert und der Fisch wächst das ganze Jahr und nicht nur im Frühjahr und Sommer. Einer dieser gentechnischen Turbolachse wiegt nach fünf Monaten bereits das fünffache seines unmanipulierten Verwandten, und kann dadurch viel schneller geschlachtet und verkauft werden.

Doch es bleibt nicht nur beim Lachs inzwischen sind an die. 20 Fischarten gentechnisch verändert worden. Den Lachsen folgen Forellen und Karpfen, aber auch Seefische wie Kabeljau, Steinbutt und Heilbutt, die bald ebenfalls in Aquafarmen produziert werden sollen. Besonders intensiv wird an dem aus Afrika stammenden Tilapia (Buntbarsch) geforscht, der inzwischen zu einem der wichtigsten Zuchtfische geworden ist und auch nach Europa exportiert wird.

Da es im Gegensatz zu Säugetieren bei Fischen viel einfacher ist, neue Gene einzuschleusen, setzten sich die Forscher immer neue Ziele. Neben der Wachstumssteigerung arbeitet man auch an einer größeren Kältetoleranz der Fische. So produzieren z.B. Flundern sogenannte „Gefrierschutz-Proteine", die es ihnen ermöglichen bei Wassertemperaturen nahe am Gefrierpunkt zu überleben. Gelänge es die entsprechende Gene auf andere Fische zu übertragen, so könnten z.B. subtropische Fische in arktischen Fjorden gezüchtet werden. Ein anderes wichtiges Forschungsgebiet ist die Resistenz gegen Krankheitserreger, von denen die Fische gerade in den Fischfarmen massenweise befallen werden. Doch die Forschung beschränkt sich nicht nur auf die Fische selbst, auch an einer Veränderung des Futters wird massiv gearbeitet. Die meisten Zuchtfische benötigen proteinreiches Futter, das nicht nur zu schnellem Wachstum führen, sondern auch „die gewünschte geschmackliche und sensorische Qualität des Fleisches" sichern soll. So wird bereits eine ganze Reihe von in der Fischzucht eingesetzter Zusatzstoffe mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt.

Obwohl transgene Fische bislang in den USA nur vereinzelt außerhalb von geschlossenen Laboratorien gezüchtet wurden, ist dennoch schon bald mit ihrem kommerziellen Einsatz zu rechnen. So plant nach eigenen Angaben „A/F Protein" - eine Firma aus Massachusetts - die rasche Markteinführung gentechnisch veränderter Lachse, Forellen und Tilapia, die nach einer Veränderung ihrer Wachstumshormon-Gene 4- bis 6 mal schneller wachsen als normale Fische. Mit dem Verkauf von Lebensmitteln aus transgenem Lachs sei in 2 bis 4 Jahren zu rechnen.

von Dr. Mabuse


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