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Zurück bleibt eine Wüste

Zur Zeit wird der Meeresboden 150 mal schneller zerstört als die Tropenwälder

In den letzten Jahrzehnten machte die Fischerei mit Grundschleppnetzen gewaltige „Fortschritte". Mussten die Fischer früher noch manche viele Gegenden meiden, wenn sie ihre Netze nicht in Felsen und Korallen verlieren wollten, so ermöglichen der Einsatz besserer Seekarten und immer schwereren Geräts (wir berichteten in den NEWS) nun auch eine Befischung dieser Regionen. Durch große „streetsweeper" und „rockhopper" wird der Meeresboden regelrecht umgepflügt. Flächen mit Seegras, Korallen und viele Meerestiere werden dauerhaft zerstört. Den Fischen, die den Netzen entkommen, werden ihre natürlichen Lebensräume und Rückzugsgebiete geraubt.

Mit den neuen Techniken wird im Moment ungefähr die Hälfte aller Kontinentalschelfe jährlich umgepflügt. Diese Verwüstungen sollen dabei ungefähr mit der 150-fachen Geschwindigkeit voranschreiten wie die der allseits beklagten Tropenwälder. Doch auch am Meeresboden werden ausgerechnet die Regionen mit der größten Artenvielfalt zerstört. Bislang wurden Maßnahmen gegen das Grundschleppnetzfischen von der einflussreichen Fischereilobby verhindert.

Jetzt warnt in den USA ein neuer Report der National Academy of Sciences (NAS) und 140 anderer Organisationen vor den nachhaltigen Folgen dieser Fangmethoden. Die Wissenschaftler fordern in sensiblen Regionen die Schleppnetzfischerei völlig zu verbieten, und in anderen die Größe des eingesetzten Geräts zu begrenzen. Im Moment wird an einer Gesetzesvorlage gearbeitet, dem sogenannten „Ocean Habitat Protection Act", mit der erste Schutzzonen festgelegt werden sollen.

Weiterhin arbeiten die Wissenschaftler an einer Datenbank, um das gesamte Ausmaß der Schäden und deren Auswirkungen weltweit besser erfassen zu können. Außerdem fordern sie die Entwicklung neues Fischereigeräts, das den Bodenkontakt minimalisiert oder nach Möglichkeit ganz vermeidet. „Fischer und Wissenschaftler müssen zusammenarbeiten um Ausrüstungen zu entwickeln, die es den Fischern erlauben ihren Lebensunterhalt zu verdienen und gleichzeitig das Ökosystem schützt", schreibt der Report.


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