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Erneute Jagdsaison auf Ochsenfrosch am Oberrhein

Groß, laut und gefräßig: Der Frosch muss weg

Der ungeliebte Vetter aus Amerika ist größer, gefräßiger und lauter als die heimischen Frösche. Und weil nicht nur die, sondern auch Fische, Krebs und Schlangen auf seiner Speisekarte stehen, soll die Ausbreitung des Ochsenfrosches am Oberrhein nun mit aller Macht verhindert werden.

Einen schnellen Erfolg wird die Dezimierungskampagne, die vom Landratsamt Karlsruhe und Angelvereinen nun im zweiten Jahr betrieben wird, allerdings nicht haben. Mehrere tausend Kaulquappen wurden in diesem Frühjahr bereits in Baggerseen der Region von Tauchern gesichtetet. Und die Population erwachsener Frösche, die immerhin ein Kilogramm schwer werden können, schätzten Experten auf etwa 50 geschlechtsreife Exemplare.

Ochsenfrösche wurden bereits im 19. Jahrhundert im Süden Großbritanniens gesichtet. Ab 1930 wurden die mit etwa 20 Zentimetern zu den größten Froscharten der Welt zählenden Tiere ihrer üppigen Schenkel wegen in Italien in der Po-Ebene systematisch angesiedelt. Nach Frankreich gelangte er 1968, wo er in den Teichen und Sümpfen der südwestfranzösischen Gironde und den umliegenden Departements gesichtet wurde.

Die Ausbreitung dieser bis zu 20 cm langen und ein Kilogramm schweren Frösche erfreut die französischen Feinschmecker, aktiviert allerdings auch Naturschützer, denn die Tiere fressen alles, was ihnen in die Quere kommt: Insekten, Krebse, Fische, andere Amphibien, Kleinvögel, und sogar junge Schlangen; selbst kleinere Artgenossen werden nicht verschmäht. Zudem fehlen den Riesenfröschen in Europa weitgehend natürliche Feinde, die ihre Vermehrung und Verbreitung begrenzen. Die Karlsruher Behörde prüft nun, ob den Jumbo-Frogs mit einem vermehrten Besatz an Hecht, Aal, Zander oder Wels Einhalt geboten werden kann.

Der Frosch mit den großen Trommelfellen und den tiefen, grunzenden Rufen beginnt erst mit der Fortpflanzung, wenn es mit 17 bis 21 Grad angenehm warm ist. Die bis zu 15 Zentimeter großen Kaulquappen brauchen zwei bis drei Jahre zur Entwicklung.

Ochsenfrösche sind zwar erst nach zwei bis vier Jahren geschlechtsreif, der Laich eines großen Weibchens kann jedoch bis zu 25.000 Eier enthalten, die im Sommer in Klumpen auf der Wasseroberfläche schwimmen. Außerdem können Ochsenfrösche im Freiland bis zu neun Jahre alt werden, wodurch eine Ausbreitung auch in Deutschland nicht auszuschließen ist.

Die Naturschutzbehörden des Stadt- und Landkreises Karlsruhe werden nun zusammen mit den örtlichen Sportfischervereinen flächendeckende Kontrollen der betroffenen Gewässer vornehmen und Laich und Kaulquappen abfischen.

Die im Tierhandel als Kaulquappen erhältlichen Frösche sollten wegen ihres besonderen Appetits nicht im Gartenteich oder sogar im Freiland ausgesetzt werden.


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