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8000 Atlantische Zuchtlachse vor Vancouver Island entkommen

Atlantische Farmlachse steigen in pazifischen Flüssen auf.

(f2) - Vor der Westküste von Vancouver Island sind kurz vor Sylvester bei einem schweren Sturem rund 8000 Zuchtlachse aus einem Gehege entkommen. Die zuständigen Behörden und der Besitzer der Fischfarm unternehmen nun alles, um die Lachse wieder einzufangen. Die Umweltschutzorganisation Friends of Clayoquot Sound wertet dies als weitere schwere Bedrohung des genetischen Pools heimischer Lachsarten. Aus den Gehegen von Lachsfarmen sind seit 1993 Zehntausende Atlantische Lachse und wurden seitdem von Netzfischern im rund 1000 Kilomter entfernten Alaska gefangen Inzwischen haben Angler in Südalaska in den Flüssen Doame und Situk drei entkommene Atlantische Lachse gefangen, die dort zur Laichzeit aufgestiegen sind. Fischereibiologen sind nun alarmiert und befürchten das Schlimmste.

Allein im Clayoquot Sund sind 23 Lachsfarmen aktiv. Vor der gesamten kanadischen Westküste wurden 1999 rund 48.000 Tonnen atlantische Lachse mit einem Schlachtgewicht von etwa 4,5 kg produziert. Atlantische Lachse sind fetter als ihre pazifischen Verwandten und können deshalb weltweit besser vermarktet werden. Angelverbände und Umweltschützer kritisieren, dass für die Produktion von einem Kilogramm Zuchtlachs Fischmehl und –öl von drei Kilogramm wilden Fischen benötigt werden. Dabei handelt es sich um Anchovies, Sardinen, und Pferdemakrelen, die in großen Mengen vor Peru und Chile abgefischt und dem natürlichen Nahrungskreislauf damit entzogen würden. Zuchtlachse bedrohten insoweit den Bestand an Wildfischen. Als Alternative empfehlen Umweltschützer etwa auf die Zucht von Karpfen auszuweichen, die als Vegetarier kein Fischmehl benötigten.


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